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Artikel vom 16. Mai 2006.

Chronik des TV Stetten i.R.

Die Chronik des TV Stetten wurde anläßlich des 100jährigen Jubiläums im Jahre 2008 neu erstellt;
siehe "Jubiläumsjahr 2008" -Jahrhundertbuch-

Hier einige Auszüge aus alten Protokollbüchern

Geschichten, die nicht mehr in unser "Jahrhundertbuch" paßten, aber nicht verloren gehen sollten.

Feste, Ausflüge, Wettkämpfe und Sonstiges


Gartenfest am 26. Juni 1921 am Seedamm
Wie festgesetzt konnte der Verein sein diesjähriges Gartenfest bei herrlichem Wetter abhalten. Sammlung war mittags um 2 Uhr im Lokal, von wo aus sich dann sämtliche Vereine, welche erschienen waren, um ½ 3 Uhr auf den Festplatz marschierten. Es ging dann bald ein reges Treiben an mit dem Glücksrad, Schießbude, auch die Musik gab ihr bestes her. Besonders interessant war das Turnen, da konnte man voller Hoffnung auf das nächste Gauturnfest blicken. Beim Schießen wurde leider unser Mitglied Ernst Idler am rechten Auge verletzt. Als es dunkel wurde, marschierte der Verein geschlossen ins Lokal, wo noch einige schöne Stunden bei Tanz und Musik erlebt wurden.

Waldfest am 24. Juni 1928 auf unserem Spielplatz
Der Verein marschierte um ¼ 2 Uhr mit Musik vom Lokal aus auf unseren Turn- und Spielplatz ab. Trotzdem es morgens stark geregnet hatte und ganz verzweifelt aussah, hatten wir am Mittag eine schöne Witterung, so dass man bei Ankunft auf dem Platz einen Stein genehmigen konnte.
Durch unsere turnerischen Darbietungen wie gesangliche und musikalische Unterhaltungen nahm der Sonntag einen recht schönen Verlauf. Wirtschaft und Glückshafen wurden ausverkauft, auch das Preisschießen ging sehr gut, so dass der Verein über das Resultat zufrieden sein kann.

Waldfest am 14. Juli 1929 auf dem Spielplatz
Als der Zeitpunkt unseres Waldfestes näher rückte, waren wir bei der herrschenden unbeständigen Witterung nicht ohne Sorge, denn auf einen schönen Verlauf mit entsprechender Einnahme waren wir dringend angewiesen.
Doch wir hatten Glück. Das Wetter wurde einige Tage zuvor beständiger und ein herrlicher Sonntag wurde uns zu unserem Waldfest geschenkt. Kurz vor 1 Uhr marschierte der Verein mit Musik vom Lokal ab. Auf dem Spielplatz herrschte bald reges Leben, besonders beim Schießstand. Unsere Turner zeigten neben Geräteturnen ihre Heilbronner Übungen und unsere Turnerinnen ernteten durch ihre Vorführungen reichen Beifall. Jedenfalls konnten wir mit dem Verlauf und dem Ergebnis des Waldfestes vollauf zufrieden sein.

Ausflüge
Pfingstausflug am 8. Juni 1919
Pfingsten, das liebliche Fest ist gekommen.
Auf diesen Tag freute sich schon lange manches Turner- und Mädchenherz, denn er versprach ihnen Freude und Lust. Schon um 4 Uhr morgens ertönte in den stillen Gassen das allbekannte Tagwachtsignal. Beim herrlichsten frischen Morgensonnenstrahl , der einen schönen Tag ahnen ließ, erfolgte um 4.30 Uhr der Abmarsch des Vereines unter den Klängen der Musik vom Lokal aus. Überaus große Teilnahme insbesondere der Damen waren es dank der Vorbereitungen. Der mehr als 160 Personen zählende Zug begab sich auf die Haltestelle, um sich durch die Eisenbahn nach Welzheim bringen zu lassen. Von dort aus ging der Fußmarsch an den inmitten des Waldes gelegenen Ebnisee. In dem Hotel fand eine Erfrischung statt. Die übrige Zwischenzeit wurde mit Kahnfahrten und Spielen ausgefüllt, so dass nur zu bald der Ruf zum Abmarsch ertönte. Der Bahn entstiegen wir um 6 Uhr an der Haltestelle, wo uns die Klänge der Musik freudig begrüßten und auf dem Heimweg nach Stetten begleiteten. Gegen 7 Uhr löste sich der Zug am Lokal auf. Jedes Gesicht trug die innere Zufriedenheit, die der Vorstandschaft zur Genüge diente, dass dieser Tag jedem das Seine gebracht hat. Restlos befriedigt und in dem Bewusstsein, mit dem Verein heute einen fröhlichen Tag erlebt zu haben, ging man nach Hause.
Möck, Schriftführer

Pfingstausflug am 31. Mai 1925 (bis 1. Juni) auf den Hohenzollern
Morgens 3 ½ Uhr war Abmarsch vom Kegelplatz aus nach Esslingen, wo wir mit dem Zug 5.12 Uhr wegfuhren und in Tübingen ungefähr um 8 Uhr ankamen. Daselbst besichtigten wir das Schloss. Von dort aus ging es in ein Gasthaus, um einen Imbiss einzunehmen und unseren kolossalen Durst zu löschen. Frisch gestärkt ging es nun auf den Bahnhof, um 10.48 Uhr vollends auf den Hohenzollern zu fahren, wo wir mit unseren 2 in Esslingen zurückbleibende Paul Medinger mit seiner Braut wieder zusammentrafen.
In Hohenzollern trafen wir die Schützengilde, wo wir kurz einkehrten, um uns vor der Besteigung des Hohenzollerns zu stärken. Auf dem Schloss besichtigten wir die Umgebung, wo man eine herrliche Aussicht hatte, sowie die inneren Räumlichkeiten, welche sehr interessant waren.
Mit froher, heiterer Stimmung und voller Befriedigung von dem schönen Tag stiegen wir dann in Hechingen 7.10 Uhr ein, und trafen mit Gesangwieder in Esslingen ein, von wo es bei der schönen Maien- und Juninacht ein errlicher Spaziergang vollends nach Stetten war.
Schriftwart Eugen Schetter

Pfingstausflug am 5.6.1927 nach Schopfloch
Als Ziel unseres Pfingstausflugs wurde das Kreisheim in Schopfloch gewählt. Trotz unbeständiger Witterung hatte sich eine stattliche Zahl Wanderlustige auf dem Kegelplatz, von wo aus der Abmarsch erfolgte, eingefunden. Von Esslingen ging es mit der Bahn über Plochingen, Kirchheim nach Oberlenningen. Der erste Besuch in Oberlenningen galt der Turnhalle, die von der Firma Scheufele dem dortigen Turnverein gestiftet wurde. Wir sahen hier einen mit den modernsten Mitteln ausgestatteten Bau. Staunend wurden sämtliche Räumlichkeiten besichtigt, und befriedigt verließen wir diese herrliche Stätte der Körperpflege. Nun ging es bergan und in ¾ Stunden erreichten wir den Wielandstein mit prächtiger Aussicht ins Lenninger Tal. Nach einem weteren Marsch von 1 ½ Stunden kamen wir an die Gutenberger- und Gussmannshöhle, die beide besichtigt wurden. Nun setzte teilweise Regen und Hagel ein und zum Teil im Laufschritt kamen wir mittags ½ 2 Uhr in Schopfloch an, wo die erste Vesperpause gemacht wurde. Gestärkt wurde der letzte Weg ans Ziel – Kreisheim – zurückgelegt. Das Kreisheim ist ein großes, umgebautes Bauernhaus. Der Rückweg führte uns durch das herrliche Zipfelbachtal nach Hepsisau. Der uns bisher gütig gestimmte Himmel hatte aber jetzt kein Einsehen mehr. Auf dem Marsch von Hepsisau nach Weilheim regnete es ununterbrochen. In Weilheim besichtigten wir noch die Kirche, und um 8 Uhr fuhren wir wieder der Heimat zu. So hatten wir eine Wanderung hinter uns, die einem jeden Befriedigung gebracht hatte.

Gauwanderung am 6. Mai 1928 nach Asperglen
Bei schönem Maienwetter und starker Beteiligung war morgens 6 Uhr Abmarsch vom Kirchplatz aus in Richtung Buch. Nachdem in Buch eine kurze Rast gemacht wurde und sich ein jeder gestärkt hatte, ging es weiter durch den herrlichen Wald hinunter ins Steinachtal. Von dort aus kamen wir an Hinter- und Vorderweißbuch vorbei und gelangten ungefähr um ½ 11 Uhr am Endziel in Asperglen an, wo wir in der Wirtschaft zur Krone einkehrten und uns gemütlich machten.
Um ½ 2 Uhr schloss sich der Verein am Umzug zu der Fahnenweihe des dortigen Turnvereins an und marschierte auf den Festplatz, wo wir auch noch einige gemütliche Stunden verbrachten. Den Heimweg konnten wir durch Karl Schlegel, welcher zufallender Weise auch hier war, mit dem Auto antreten, wo wir dann ungefähr um 8 Uhr daheim ankamen.
Schriftführer Eugen Schetter



Pfingstausflug am 24. Mai 1931 auf den Neuffen
Der Verein machte in diesem Jahr einen Ausflug auf die Schwäbische Alb. Eine stattliche Zahl Turnfreunde marschierte früh morgens nach Esslingen. Von dort aus ging es mit der Bahn nach Nürtingen. In Nürtingen hatten wir genügend Zeit, um einen Rundgang durch die Neckarstadt zu machen. Weiter ging es mit dem Täleszügle nach Neuffen. Dort begann die Wanderung auf die Feste Hohen-Neuffen, wo gemütlich Rast gemacht wurde. Hierauf folgte Weiterwanderung über Hülben nach dem schönen Städtchen Urach, wo wir um 1 Uhr ankamen. In der Wirtschaft "Brauerei Wurster", dem neuen Arbeitsfeld unseres Turnfreundes Ebner, wurde Mittagsrast gemacht. Die Verpflegung war vorzüglich. Der Nachmittag stand jedem zur freien Verfügung. Ein großer Teil besuchte den Uracher Wasserfall. Wie immer bei derartigen Anlässen ging die Zeit allzurasch vorüber. Zum Abschied wurden noch einige Lieder gesungen und mit einem "Gut Heil!" auf die Zurückgebliebenen ging es der Heimat zu.
Schriftführer Theodor Zoller

Turnwettkämpfe
Gauturnfest am 2.7.1922 in Waiblingen
Ein wunderbarer Tag brach an, als morgens um ½ 5 Uhr Trommelschlag ertönte und die Turner sich zum Abmarsch nach Waiblingen zusammenfanden, um sich daselbst im Wettstreit mit anderen Gauturnern zu messen. In Waiblingen angekommen, wurden wir in das uns zugwiesene Lokal geleitet. Nach einem kleinen Imbiss ging es zum Wettstreit auf den Festplatz an der Rems.
Als gegen 12 Uhr die Einzelwettkämpfe vorüber waren, ging es wieder ins Lokal, um das Mittagessen einzunehmen und den Durst zu stillen. Nachmittags um ½ 2 Uhr war Aufstellung des Festzuges in der neuen Bahnhofstraße. Als wir bei unserem werten Mitglied Herr Dr. Hahn vorbeimarschierten und ein dreifaches "Gut Heil!" ertönen ließen, spendierte uns derselbe für die Kasse 100 Mark, wofür auch an dieser Stelle herzlicher Dank gesagt sei. Auf dem Festplatz angekommen, war sofort Aufstellung zu den Massen-Freiübungen, welche vom größten Teil gut ausgeführt wurden.
Abends um 5 Uhr kamen die Preise zur Verteilung, wobei der Verein wieder einen 1. Preis erhielt. Im Fünfkampf gingen als Sieger hervor:
4. Preis: Strähle, Ernst mit 85 Punkten
9.Preis: Kurrle, Karl mit 67 Punkten
20.Preis: Beurer, Eugen mit 50 Punkten
Mittelstufe:
8. Preis: Eisele, Ernst
11 Preis: Weckerle, Willy
14. Preis: Kuhnle, Wilhelm
20. Preis: Medinger, Wilhelm
21. Preis: Medinger, Paul
23. Preis: Kuhnle, Otto
Unterstufe:
6. Preis: Haidle, Karl
Zöglinge:
11. Preis: Medinger, Robert
20. Preis: Schneck, Eugen
20. Preis: Schmid, Ernst

Nachdem die Preisverteilung vorüber war, ging es über Rommelshausen nach Hause, von wo uns die Blasmusik bis vor das Lokal begleitete.
Ernst Ehle, Schriftführer


Frühjahrsturnen am 24. Mai 1926 auf unserem Turn- und Spielplatz
Der Verein marschierte bei schönem Wetter und starker Beteiligung punkt ½ 3 Uhr vom Lokal auf unseren Turn- und Spielplatz ab. Durch unsere Turner- und Turnerinnen-Abteilung und mit einigen Gesangsvorträgen nahm der Sonntag einen recht befriedigten Verlauf. Nach Anbruch der Dunkelheit marschierte der Verein mit heiterer Stimmung ins Lokal, um dort auch noch einige gemütliche Stunden zu erleben, wobei auch die Jugend mit dem Tanzen noch auf ihre Rechnung kam.
Eugen Schetter, Schriftführer

Sonstiges
Frauenfußball in Deutschland
Am 30. Juli 1955 verbot der DFB–Bundestag den Frauenfußball. Erst am 31. Oktober 1970 wurde dieses Verbot aufgehoben. "Damenfußball" wurde mit Jugendbällen und ohne Stollenschuhe in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober erlaubt. Meisterschaften waren nicht vorgesehen.
2003 und 2007 werden die deutschen Frauen Fußballweltmeister.

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